Wie man einem Hund beibringt, ruhig zu bleiben

Das Kommando „Platz“ ist eine hervorragende Möglichkeit, Ihrem Hund ruhiges Verhalten zu vermitteln und ihm einen sicheren Rückzugsort zu bieten. Mit diesem Kommando lernt Ihr Hund, an einen bestimmten Ort, z. B. ein Hundebett oder eine Hundematte, zu gehen und dort zu bleiben, bis er losgelassen wird. Das Beherrschen des Kommandos „Platz“ kann den Gehorsam Ihres Hundes deutlich verbessern und seine Angst in verschiedenen Situationen reduzieren. Dieser Artikel führt Sie Schritt für Schritt durch die Vermittlung dieser wertvollen Fähigkeit an Ihren Hund und sorgt so für einen wohlerzogenen und entspannten Begleiter.

🎯 Den Befehl „Platzieren“ verstehen

Das Kommando „Platz“ bedeutet mehr, als Ihrem Hund einfach zu sagen, dass er an einen bestimmten Platz gehen soll. Es geht darum, ihm beizubringen, ruhig und still dort zu bleiben, auch bei Ablenkungen. Dieses Kommando ist in vielen Situationen unglaublich nützlich, von Gästen über Mahlzeiten bis hin zu konzentrierter Arbeit. Ein gut erzogener Hund mit einem soliden „Platz“-Kommando neigt weniger zu unerwünschtem Verhalten wie Bellen, Springen oder Betteln.

Durch regelmäßiges Üben des Kommandos „Platz“ verstärkst du das Gefühl, dass der zugewiesene Platz ein sicherer und angenehmer Ort ist. Dies kann besonders für Hunde mit Angstzuständen oder solchen, die zu Übererregbarkeit neigen, hilfreich sein. Das Kommando „Platz“ bietet ihnen eine strukturierte Möglichkeit, ihre Emotionen zu regulieren und Selbstkontrolle zu lernen.

⚙️ Vorbereitung auf das Training

Bevor du mit dem Training beginnst, besorge dir die nötigen Materialien und schaffe eine geeignete Umgebung. Konsequenz und positive Verstärkung sind der Schlüssel zum Erfolg.

✔️ Wichtige Vorräte:

  • Festgelegter Platz: Dies kann ein Hundebett, eine Matte oder sogar eine spezielle Decke sein. Wählen Sie etwas Bequemes und leicht Erkennbares.
  • Hochwertige Leckerlis: Wählen Sie Leckerlis, denen Ihr Hund nicht widerstehen kann. Kleine, weiche Leckerlis eignen sich am besten für eine schnelle Belohnung.
  • Klicker (optional): Ein Klicker kann ein nützliches Hilfsmittel sein, um den genauen Moment zu markieren, in dem Ihr Hund das gewünschte Verhalten zeigt.
  • Leine (optional): Eine Leine kann Ihnen helfen, Ihren Hund in den ersten Trainingsphasen zu führen.

✔️ Schaffung einer positiven Umgebung:

  • Wählen Sie einen ruhigen Ort: Minimieren Sie Ablenkungen während der Trainingseinheiten.
  • Halten Sie die Trainingseinheiten kurz: Streben Sie Einheiten von 5–10 Minuten an, um die Konzentration Ihres Hundes aufrechtzuerhalten.
  • Beenden Sie positiv: Beenden Sie immer mit einer erfolgreichen Wiederholung und viel Lob.

🪜 Schritt-für-Schritt-Trainingsanleitung

Befolgen Sie diese Schritte, um Ihrem Hund das Kommando „Platz“ effektiv beizubringen. Seien Sie dabei geduldig und konsequent.

1️⃣ Einführung in das Objekt „Ort“:

Beginnen Sie damit, Ihren Hund mit dem markierten Objekt „Platz“ bekannt zu machen. Lassen Sie ihn ohne Druck daran schnüffeln und es erkunden. Belohnen Sie ihn mit einem Leckerli, wenn er sich dem Objekt nähert. Ziel ist es, von Anfang an eine positive Assoziation mit dem „Platz“ zu schaffen.

Wirf ein Leckerli auf das „Platz“-Objekt. Wenn dein Hund darauf tritt, um das Leckerli zu holen, sag „Platz“. Wiederhole dies mehrmals und verbinde das Wort mit der Aktion.

2️⃣ Auf den „Platz“ locken:

Halten Sie ein Leckerli in der Hand und locken Sie Ihren Hund zum „Platz“-Objekt. Sobald er darauf tritt, sagen Sie „Platz“ und belohnen Sie ihn sofort mit dem Leckerli. Bei Verwendung eines Clickers klicken Sie, sobald der Hund auf das Objekt tritt, und geben Sie ihm dann das Leckerli.

Lasse den Köder allmählich verschwinden, indem du eine Handbewegung machst, anstatt ein Leckerli zu halten. Schließlich solltest du in der Lage sein, einfach auf das Objekt „Platz“ zu zeigen und „Platz“ zu sagen, und dein Hund wird dorthin gehen.

3️⃣ Am „Ort“ bleiben:

Sobald Ihr Hund regelmäßig zum „Platz“-Objekt geht, verlängern Sie die Verweildauer. Beginnen Sie mit wenigen Sekunden und steigern Sie die Zeit schrittweise. Belohnen Sie ihn regelmäßig dafür, dass er an Ort und Stelle bleibt.

Geben Sie den Befehl „Bleib“ (sofern Ihr Hund ihn kennt), nachdem er auf „Platz“ ist. Wenn er abspringt, führen Sie ihn sanft zurück und beginnen Sie mit einer kürzeren Dauer. Konsequenz ist entscheidend.

4️⃣ Distanz hinzufügen:

Sobald Ihr Hund sich wohlfühlt und eine angemessene Zeit lang auf dem „Platz“ bleibt, können Sie die Distanz vergrößern. Beginnen Sie, indem Sie einen Schritt vom „Platz“ weggehen und dann zurückkehren, um ihn zu belohnen.

Vergrößere allmählich die Distanz, die du zurücklegst. Wenn dein Hund das „Platz“-Zeichen nicht mehr anwendet, führe ihn einfach zurück und beginne mit einer kürzeren Distanz. Sei geduldig und überstürze diesen Schritt nicht.

5️⃣ Einführung von Ablenkungen:

Sobald Ihr Hund zuverlässig und mit ausreichend Abstand an seinem Platz bleibt, können Sie ihn ablenken. Dies kann zum Beispiel das Fallenlassen eines Spielzeugs, das Vorbeigehen einer Person oder ein Geräusch sein.

Beginnen Sie mit leichten Ablenkungen und steigern Sie die Intensität allmählich. Wenn Ihr Hund das „Platz“-Zeichen nicht mehr anwendet, reduzieren Sie die Ablenkung und versuchen Sie es erneut. Belohnen Sie ihn großzügig dafür, dass er trotz der Ablenkung an Ort und Stelle bleibt.

6️⃣ Loslassen vom „Ort“:

Es ist wichtig, Ihrem Hund ein klares Freigabesignal zu geben, um ihm zu signalisieren, dass er den „Platz“ verlassen darf. Verwenden Sie ein konkretes Wort wie „Okay“ oder „Frei“.

Sagen Sie das „Freilassungswort“ und ermutigen Sie Ihren Hund, den „Platz“ zu verlassen. Belohnen Sie ihn dafür, dass er nach der Freilassung wieder weggeht. So versteht er, dass er bleiben muss, bis er die Erlaubnis zum Gehen erhält.

⚠️ Fehlerbehebung bei häufigen Problemen

Auch bei konsequentem Training können Herausforderungen auftreten. Hier finden Sie einige häufige Probleme und deren Lösung.

Hund geht nicht zum „Platz“:

Wenn Ihr Hund zögert, zum „Platz“ zu gehen, achten Sie darauf, dass der Gegenstand bequem und einladend ist. Verwenden Sie hochwertige Leckerlis, um ihn anzulocken und ihm ein positives Erlebnis zu bieten. Gehen Sie zurück zu den ersten Schritten und verstärken Sie die Verbindung zwischen dem „Platz“ und positiven Belohnungen.

Stellen Sie sicher, dass Sie den „Platz“ nicht als Bestrafung verwenden. Es sollte immer ein positiver und sicherer Ort für Ihren Hund sein.

Hund bricht häufig den „Platz“ ab:

Wenn Ihr Hund die „Platz“-Taste häufig verlässt, kann dies an mangelndem Verständnis oder zu vielen Ablenkungen liegen. Reduzieren Sie die Dauer und Distanz und minimieren Sie Ablenkungen. Belohnen Sie ihn regelmäßig, wenn er an Ort und Stelle bleibt, auch für kurze Zeit.

Verwenden Sie eine Leine, um Ihr Tier sanft an den „Platz“ zurückzubringen, wenn es diesen nicht einhält. Vermeiden Sie es, es zu schelten oder zu bestrafen, da dies negative Assoziationen hervorrufen kann.

Hund ist ängstlich auf dem „Platz“:

Wenn Ihr Hund auf dem „Platz“ Anzeichen von Angst zeigt, wie Hecheln, Herumlaufen oder Winseln, ist es wichtig, die zugrunde liegende Ursache zu behandeln. Stellen Sie sicher, dass der „Platz“ bequem und sicher ist. Beginnen Sie mit sehr kurzen Zeiträumen und steigern Sie die Zeit schrittweise.

Wenn die Angst anhält, sollten Sie einen professionellen Hundetrainer oder Verhaltensforscher konsultieren. Diese können Ihnen helfen, die Ursache zu identifizieren und einen individuellen Trainingsplan zu entwickeln.

Tipps für den Erfolg

Hier sind einige zusätzliche Tipps, die Ihnen dabei helfen, Ihrem Hund erfolgreich das Kommando „Platz“ beizubringen:

  • Seien Sie konsequent: Verwenden Sie jedes Mal dasselbe Befehlswort und dieselben Handzeichen.
  • Seien Sie geduldig: Lernen braucht Zeit, lassen Sie sich also nicht entmutigen, wenn Ihr Hund es nicht sofort versteht.
  • Setzen Sie auf positive Verstärkung: Belohnen Sie Ihren Hund für gutes Verhalten mit Leckerlis, Lob und Zuneigung.
  • Üben Sie regelmäßig: Bauen Sie den Befehl „Platz“ in Ihren Alltag ein.
  • Verallgemeinern Sie den Befehl: Üben Sie an verschiedenen Orten und mit unterschiedlichen Ablenkungen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie lange dauert es, einem Hund das Kommando „Platz“ beizubringen?

Die Zeit, die benötigt wird, um einem Hund das Kommando „Platz“ beizubringen, hängt von Alter, Rasse, Temperament und vorherigem Training des Hundes ab. Manche Hunde lernen die Grundlagen in wenigen Tagen, während andere mehrere Wochen oder sogar Monate brauchen, um das Kommando zu beherrschen. Konsequenz und Geduld sind entscheidend.

Was passiert, wenn mein Hund den „Platz“ verlässt, bevor ich ihn freilasse?

Wenn Ihr Hund den „Platz“ verlässt, bevor Sie ihn loslassen, führen Sie ihn sanft und ohne Schimpfen dorthin zurück. Reduzieren Sie die Dauer und Distanz und minimieren Sie Ablenkungen. Belohnen Sie ihn für das Verweilen an Ort und Stelle, auch für kurze Zeit. Konsequenz ist entscheidend.

Kann ich den Befehl „Platz“ als Strafe verwenden?

Nein, Sie sollten den Befehl „Platz“ niemals als Strafe verwenden. Der „Platz“ sollte ein positiver und sicherer Ort für Ihren Hund sein. Die Verwendung als Strafe kann eine negative Assoziation erzeugen und Ihren Hund davon abhalten, zum „Platz“ zu gehen.

Welche Art von „Place“-Objekt sollte ich verwenden?

Der Platz kann alles Bequeme und leicht Erkennbare sein, wie zum Beispiel ein Hundebett, eine Matte oder sogar eine spezielle Decke. Wählen Sie etwas, das Ihr Hund mag und das sich bei Bedarf leicht verschieben lässt.

Ist das Kommando „Platz“ für alle Hunde sinnvoll?

Ja, das Kommando „Platz“ kann für die meisten Hunde hilfreich sein. Es bietet ihnen eine strukturierte Möglichkeit, ihre Emotionen zu regulieren, Selbstkontrolle zu lernen und einen sicheren Ort zu haben. Es ist besonders nützlich für Hunde mit Angstzuständen oder solchen, die zu Übererregbarkeit neigen.

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